Wirklich gute Produkte werden seltener.
KI macht Software leichter zu bauen, doch Aufmerksamkeit bleibt knapp. Klare Positionierung, Vertrauen und Product Thinking werden wichtiger.
- Veröffentlicht
- 17. Juli 2026
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Introduction
Das ist ein interessantes Paradoxon, denn heute kann praktisch jede:r Software bauen. KI hat die Kosten und den Aufwand, Software zu entwickeln, drastisch reduziert. Ein:e Gründer:in mit einer guten Idee kann heute innerhalb weniger Tage ein MVP bauen statt monatelang darauf hinzuarbeiten. Kleine Teams entwickeln Features in einer Geschwindigkeit, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre. Selbst Menschen ohne technischen Hintergrund bringen heute Produkte auf den Markt, die sie früher nie hätten umsetzen können. Ich finde das großartig. Mehr Menschen können ihre Ideen testen. Mehr Probleme werden gelöst. Mehr Gründer:innen bekommen die Chance, ihre Vision Realität werden zu lassen. Nur eines hat sich nicht verändert. Die Aufmerksamkeit der Nutzer:innen. Sie haben heute nicht plötzlich mehr Zeit. Der Posteingang ist immer noch voll. Der App Store wird immer voller. Jeden Tag konkurrieren unzählige neue Produkte um dieselben wenigen Minuten Aufmerksamkeit. Deshalb glaube ich, dass wirklich gute Produkte seltener werden. Nicht weil weniger Menschen Software bauen können. Sondern weil es heute jede:r kann.
Bauen ist kein Wettbewerbsvorteil mehr
KI hat die Einstiegshürde für Softwareentwicklung massiv gesenkt. Das ist eine fantastische Entwicklung. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass wir in den nächsten Jahren mehr Software sehen werden als jemals zuvor. Wenn jede:r bauen kann, reicht es nicht mehr aus, einfach nur ein Produkt zu veröffentlichen.
Worauf es wirklich ankommt
Ich glaube nicht, dass sich die Produkte durchsetzen werden, die den besten Code haben. Es werden die Produkte sein, die klar positioniert sind. Die Produkte, die Nutzer:innen sofort verstehen. Die Produkte, denen Menschen vertrauen. Die Produkte mit einem durchdachten Onboarding. Die Produkte, die ein echtes Problem lösen. Kurz gesagt: Produkte mit starkem Product Thinking.
Genau das macht es spannend
Je einfacher das Bauen wird, desto wichtiger werden gute Produktentscheidungen. Die entscheidende Frage verschiebt sich langsam von „Können wir das bauen?“ hin zu „Sollten wir das überhaupt bauen?“ Genau das finde ich als Product Designer so spannend. Die interessantesten Gespräche drehen sich für mich schon lange nicht mehr um Buttons oder Pixel. Sie drehen sich um Menschen. Um ihre Bedürfnisse. Um schwierige Entscheidungen. Und darum, gemeinsam mit Gründer:innen Produkte zu entwickeln, die Menschen wirklich gerne nutzen. KI macht es einfacher, Software zu bauen. Menschen wirklich zu verstehen, bleibt die eigentliche Herausforderung.
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